Machen Sie den Entgelt-Check! Was Frauen und Männer in Deutschland verdienen, verrät der FrauenLohnspiegel
Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder (CDU), fordert, dass bis 2015 im Durchschnitt jeder fünfte Vorstandsposten mit einer Frau besetzt werden soll. Auf eine gesetzliche Verpflichtung will die Ministerin aber verzichten. Doch nur „solange ich in der Wirtschaft eine stetige Verbesserung sehe“, drohte sie gegenüber dem Handelsblatt. Schröder will sich zudem für breitere Berichts- und Transparenzpflichten der Unternehmen einsetzen. Diese „können Öffentlichkeit herstellen und Debatten auslösen.“
Momentan erkennt Schröder aber eine leichte Verbesserung der Situation. Unlängst hat die Telekom eine freiwillige Frauenquote von 30 Prozent eingeführt und auch der Energieversorger E.on plant, mehr weibliche Führungskräfte im Unternehmen einzusetzen.
Trotzdem lehnen die Wirtschaftsverbände in Deutschland eine gesetzliche Frauenquote geschlossen ab. „Starre gesetzliche Vorgaben wie etwa eine Quote sind kein geeignetes Mittel“, sagte beispielsweise Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) im Handelsblatt. Auch Hans-Heinrich Driftmann, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), hält eine gesetzliche Frauenquote für „nicht sinnvoll.“ Die Unternehmen hätten längst erkannt, dass sie künftig noch stärker auf die Potenziale von Frauen angewiesen sind, relativiert Ingrid Hofmann, Mitglied im Präsidium des Bundesverbands Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA).
In Brüssel hingegen wird eine gesetzliche Frauenquote in Deutschland unterstützt. Viviane Reding, die Vize-Vorsitzende der EU-Kommission, schloss für den Herbst dieses Jahres gesetzliche Vorgaben der EU nicht aus. Die beiden Bundesländer Hamburg und Bayern preschen ebenfalls für eine gesetzliche Frauenquote nach vorn. Auf der Justizministerkonferenz wollen sich beide für eine Quote stark machen: „Es reicht nicht mehr aus, nur Appelle an die Unternehmen zu richten“, so der Vorsitzende der Justizministerkonferenz, Hamburgs Justizsenator Till Steffen (GAL), im Hamburger Abendblatt.
Auch die Opposition befürwortet gesetzliche Vorgaben und kritisiert Schröders Vorstoß als zu zahm. „Wer die männliche Monokultur in den Chefetagen beenden will, muss Raum für Vielfalt schaffen: Kristina Schröder soll endlich handeln und eine verbindliche Frauenquote einführen“, fordert die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast.
Verschaffen Sie sich den Überblick. Worum es auf dieser Seite geht, können Sie in Kürze hier nachlesen.
mehr…