Norwegische Frauenquote wird von Uno gelobt

Das Einzige, womit ein Land wie Norwegen Einfluss nehmen kann, ist die Macht des Vorbilds“, erklärte der norwegische Minister für Kinder, Gleichstellung und Integration, Audun Lysbakken vor Vertretern der Weltbank. Und diese Aufgabe nimmt das skandinavische Land sehr ernst. Mit der ersten Frauenquote sorgt Norwegen für internationales Interesse.

40 Prozent der Aufsichtsratsplätze aller größeren börsennotierten Aktiengesellschaften müssen seit 2008 von Frauen besetzt werden. Sonst drohen den Unternehmen harte Strafen , die bis zum Ausschluss von der Börse reichen können.

Während sich viele Männer gegenüber dem Gesetz skeptisch zeigten, waren zunächst auch die Frauen nicht ganz überzeugt. Der Spiegel berichtet beispielsweise von Ase Aulie Michelet, die eine erfolgreiche Karriere als Aufsichtsrätin hinter sich hat. Früher sei sie gegen die Quote gewesen: „Ich war damals eine absolute Gegnerin des Gesetzes. Es ist allein Sache der Aktionäre, die besten an die Spitze zu setzen.“ Freiwillig hätte die Pharmazeutin wohl nie jemand auf den Posten berufen, aber mittlerweile konnte sie gemeinsam mit den Kollegen den Börsenwert ihres Unternehmens verdoppeln.

Dennoch ist es für Minister Lybakken noch zu früh, um die Quote zu bewerten. „Wir haben einige Nachfolgeuntersuchungen unseres Gesetzes in Gang gebracht. Doch noch ist es zu früh für Schlussfolgerungen. In etwa zwei Jahren werden wir einen guten Überblick haben“, sagte er gegenüber dem Spiegel.

Trotz mangelnder empirischer Befunde sind gemeinsam mit der Uno bereits viele Länder überzeugt. Spanien und die Niederlande haben bereits ähnliche Gesetze verabschiedet, andere Länder basteln noch an den Entwürfen. Nur in Deutschland steht das Thema bisher nicht auf dem Plan.

 

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