Frauen geben sich mit weniger Gehalt zufrieden

Frauen sind offenbar mit weniger Lohn und Gehalt zufrieden als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sowie der Universitäten Bielefeld und Konstanz. In zwei repräsentativen Umfragen wollten die Wissenschaftler von Erwerbstätigen wissen, welches Einkommen sie für ihre Arbeit als gerecht empfinden. Frauen gaben dabei Summen an, die um rund ein Viertel niedriger lagen als die Gehaltsvorstellungen von Männern – völlig unabhängig von Einkommensschicht und Branche.

Zwar bewerten die weiblichen Befragten eine ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen grundsätzlich als ungerecht. Doch sobald sie konkrete Einkommen benennen sollen, schätzen sie den Wert der Arbeit von Frauen niedriger ein. Das Wunschgehalt von Frauen liege sogar deutlich unter dem realen Einkommen von Männern in diesen Positionen, so die Autoren der Studie. Die Forscher erklären sich ihre Befunde damit, dass sich die Vorstellung von einem gerechten Einkommen vor allem durch den Vergleich mit Personen herausbilde, die ähnliche Merkmale aufwiesen oder sich in ähnlichen Lebenslagen befänden.

Frauen vergleichen sich also in erster Linie mit anderen Frauen. Und die verdienen bekanntlich in Deutschland im Schnitt ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen.
Hinzu kommt: Frauen arbeiten häufiger in schlecht bezahlten „Frauenberufen“. Das niedrige Lohnniveau in diesen Berufen wirke sich auch auf die Einkommenserwartungen von Frauen insgesamt aus, heißt es in der Studie. In Gehaltsverhandlungen stellten Frauen daher meist niedrigere Gehaltsforderungen als Männer mit vergleichbarer Qualifikation.

Verringern ließe sich das Problem am ehesten durch mehr Transparenz bei der öffentlichen Darstellung der Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen, glauben die Wissenschaftler. Würden die Unterschiede sichtbar, sei zu erwarten, dass Frauen auch höhere Gehälter forderten. Darauf allerdings sollten Frauen nicht warten, sondern stattdessen ihr Wunschgehalt schon heute deutlich nach oben korrigieren - und zwar am besten um ein Viertel.

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