Machen Sie den Entgelt-Check! Was Frauen und Männer in Deutschland verdienen, verrät der FrauenLohnspiegel
Berufe, in denen Männer in der Überzahl sind, werden meist besser bezahlt als klassische Frauenberufe. Das ist einer der Hauptgründe für das mit 23 Prozent unverändert hohe Einkommensgefälle zwischen Männern und Frauen in Deutschland. Der Girl’s Day, der in Deutschland am 22. April zum zehnten Mal stattfand, soll dieser geschlechterspezifischen Berufsorientierung entgegenwirken. Der von einer Gemeinschaft aus Ministerien und Wirtschaftsverbänden initiierte Aktionstag bietet Mädchen die Möglichkeit, eben diese Männerberufe kennenzulernen und in ihnen schlummernde Talente und Interessen zu entdecken.
Doch auch die Unternehmen, die ihre Türen für die Schülerinnen öffnen, versprechen sich etwas davon. Seit Jahren beklagt die deutsche Wirtschaft einen zunehmenden Fachkräftemangel. Ein gesteigertes Interesse unter Mädchen für die technischen und naturwissenschaftlichen Berufe könnte dieses Problem lindern, hoffen Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter. „Die technischen Berufe werden zunehmend von Frauen in die Berufswahl mit einbezogen. Die erste Girls-Day-Generation ist inzwischen schon in Ausbildung und Studium“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Ingrid Sehrbrock, und gratulierte dem Girls Day zum 10-Jährigen Geburtstag. Auf diesem Erfolg dürfe man sich jedoch nicht ausruhen. „Wir müssen weiter konsequent an der Überwindung von Rollenstereotypen arbeiten“, so Sehrbrock weiter. Diese Einschätzung wird auch von einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) gestützt. „Unter den 25 von weiblichen Auszubildenden am stärksten besetzten Berufen sind 21 Dienstleistungsberufe“. Nur drei Prozent der jungen Frauen würden sich für die Ausbildung in einem Fertigungsberuf entscheiden.
Der DGB-Bundesvorstand selbst empfing am Girl‘s Day 17 Schülerinnen der Berliner Lily-Braun-Oberschule, die sich über „Politik als Beruf“ informieren wollten. Von der DGB-Bezirksvorsitzenden aus Sachsen, Iris Kloppich, und der DGB-Bezirksvorsitzenden aus Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, wollten die Besucherinnen unter anderem wissen, wie die beiden zu ihrem Beruf gekommen sind und was sie dafür lernen mussten und erlebt haben.
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